Über das FAQ

Aufklärung aller gängigen Fragen mit meinen persönlichen Antworten!

Überblick zu meinem FAQ:

Unsere Schulter ist eines der komplexesten Gelenke des Körpers – und entsprechend vielfältig sind Beschwerden, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten. Auf dieser Seite finden Sie Antworten auf häufige Fragen rund um Schultererkrankungen, operative Eingriffe und moderne Therapiekonzepte.

Ob Maßnahmen wie Physiotherapie, regenerative Verfahren oder eine gezielte Operation: Für jede Diagnose gibt es individuelle Behandlungsstrategien. Wichtig ist dabei nicht nur der Eingriff selbst, sondern auch eine strukturierte Nachbehandlung, die den Heilungsprozess optimal unterstützt.

Die folgenden FAQs geben Ihnen einen kompakten Überblick darüber, was vor, während und nach einer Schulterbehandlung entscheidend ist – verständlich erklärt und auf den Punkt gebracht.

01. Vorbereitung auf die Schulteroperation: Unterlagen, Medikamente und Klinikaufenthalt

Welche persönlichen Gegenstände sollte ich für meinen stationären Aufenthalt nach einer Schulteroperation einpacken?

Für Ihren stationären Aufenthalt empfehlen wir Ihnen, eine durchdachte Tasche zu packen, um den Aufenthalt und die ersten Stunden nach der Operation so angenehm wie möglich zu gestalten. Bringen Sie weite Kleidung mit, die sich leicht an- und ausziehen lässt, so müssen Sie den operierten Arm nicht stark bewegen. Praktisch sind z. B. weitere Hemden und Blusen, Sweatshirt-Jacken mit Reißverschluss oder Oberteile, die sich vorne knöpfen lassen.

Ebenfalls wichtig sind rutschfeste Hausschuhe oder Socken und Ihre persönlichen Toilettenartikel (Zahnbürste, Zahnpasta, Kamm etc.). Bringen Sie persönliche Hilfsmittel wie Brille oder Gehhilfen mit. Denken Sie auch an Lesestoff, Ladekabel für Ihr Mobiltelefon und ggf. eine Schlafmaske oder Ohrstöpsel.

Warum ist weite Kleidung nach einer Schulter-OP so wichtig?

Nach einer Schulteroperation ist der betroffene Arm in der Regel durch eine Armschlinge oder ein spezielles Kissen (Orthese) ruhiggestellt. Das An- und Ausziehen normaler, eng anliegender Kleidung ist in dieser Zeit nur schwer möglich und führt häufig zu vermehrten Schmerzen.

Weite Kleidung, wie Hemden oder Blusen mit weitem Halsausschnitt, mit der Möglichkeit, sich vorn öffnen und schließen zu lassen, ermöglichen schon früh, sich selbstständig aus- und anzuziehen. Dabei wird beim Anziehen zunächst der operierte Arm in den Ärmel gebracht, ohne das operierte Schultergelenk bewegen zu müssen. Dies schützt das Operationsergebnis und erleichtert die Körperpflege.

Welche Dokumente (Einweisung, Versicherungskarte, Befunde) benötige ich am Aufnahmetag?

Ein reibungsloser administrativer Ablauf am Aufnahmetag ist wichtig. Bei der stationären Aufnahme in der Ethianum Klinik:

Falls vorhanden, Ihre Klinik-Card oder den Nachweis Ihrer Zusatzversicherung

Alle relevanten medizinischen Vorbefunde (z. B. MRT-Bilder, CT-Aufnahmen, Berichte von Kardiologen oder anderen Fachärzten)

Eine aktuelle Liste Ihrer Dauermedikamente

Bei der stationären Aufnahme im Krankenhaus Salem sind folgende Unterlagen mitzubringen:

Ihre gültige Versicherungskarte der Krankenkasse

Den Einweisungs- oder Überweisungsschein Ihres behandelnden Arztes

Falls vorhanden, Ihre Klinik-Card oder den Nachweis Ihrer Zusatzversicherung

Alle relevanten medizinischen Vorbefunde (z. B. MRT-Bilder, CT-Aufnahmen, Berichte von Kardiologen oder anderen Fachärzten)

Eine aktuelle Liste Ihrer Dauermedikamente

Muss ich vor einer Schulteroperation Hilfsmittel für zu Hause (z. B. Greifzange, spezielle Kissen) organisieren?

Eine gute häusliche Vorbereitung kann die erste Phase nach der Entlassung erheblich erleichtern, da Sie den operierten Arm schlechter bewegen können. Es kann sinnvoll sein, bestimmte Alltagsgegenstände in Greifhöhe zu platzieren, damit Sie diese mit dem nicht- operierten Arm leicht erreichen.

Das Schlafen kann häufig deutlich erleichtert werden mit Hilfe eines zusätzlichen Kissens. Damit kann der Arm stabiler und komfortabler gelagert werden.

Welche Medikamente (z. B. blutverdünnende Mittel) müssen wie lange vor der Schulteroperation abgesetzt werden?

Das Management Ihrer Medikation vor der Operation ist mit dem Anästhesisten und Prof. Dr. Zeifang individuell im präoperativen Gespräch festzulegen. Besonders wichtig ist der Umgang mit blutverdünnenden Medikamenten (Antikoagulanzien).

Medikamente wie Marcumar oder neuere Präparate wie z. B. Eliquis müssen vor dem Eingriff rechtzeitig abgesetzt werden und durch ein anderes Mittel (z. B. Heparin-Spritzen) ersetzt werden (sog. Bridging).

Medikamente, die die Thrombozytenfunktion hemmen, wie z. B. ASS 100, NSAR wie Ibuprofen, müssen nicht abgesetzt werden. Clopidogrel sollte wenn möglich 7 bis 10 Tage vor dem Eingriff abgesetzt werden. Dies muss in Absprache mit dem verschreibenden Arzt (z. B. Kardiologen) und dem Operateur erfolgen.

Wie verhalte ich mich bezüglich meiner Dauermedikation (z. B. für Diabetes, Blutdruck) vor dem Eingriff?

Dauermedikamente, wie z. B. gegen erhöhten Blutdruck oder Schilddrüsenhormone, können in der Regel am Morgen der Operation mit einem kleinen Schluck Wasser eingenommen werden.

Das Diabetes-Medikament Metformin ist vor dem Eingriff abzusetzen.

Welche diagnostischen Verfahren (MRT, CT, Röntgen) sind vor einer Schulteroperation notwendig?

Eine präzise Diagnose ist die Grundlage für eine erfolgreiche operative Behandlung. Standardmäßig wird eine klinische Untersuchung durchgeführt, bei der Beweglichkeit und Funktion geprüft werden.

Zur detaillierten Planung der Therapie sind bildgebende Verfahren unerlässlich:

Ultraschall: Kann zur schnellen, dynamischen Beurteilung von Sehnen und Schleimbeuteln dienen

Röntgen: Zeigt die knöchernen Strukturen und wird zur Beurteilung von Arthrose, Frakturen oder Kalkdepots eingesetzt

MRT (Magnetresonanztomographie): Ist der Goldstandard zur Darstellung der Weichteile, insbesondere der Rotatorenmanschette (Sehnen), des Labrums (Gelenklippe) und möglicher Entzündungen der Gelenkschleimhaut und Schleimbeutel

CT (Computertomographie): Wird bei komplexen knöchernen Fragestellungen eingesetzt, z. B. bei Knochenverlust (Glenoiddefekt) nach einer Schulterluxation, schweren Schulterarthrosen oder zur Planung einer Schulterprothese

01.1 Der Operationstag: Ablauf und unmittelbare Nachbehandlung

Wie ist der typische Ablauf am Operationstag?

Am Operationstag kommen Sie zur vereinbarten Zeit in die Klinik. Wünschenswert ist, wenn Sie nochmals am Morgen duschen, damit wird die Haut von Ihnen gereinigt. Dort werden Sie vom Pflegepersonal empfangen und erhalten Ihr Zimmer. Sie werden gebeten, die spezielle OP-Kleidung anzulegen.

Bitte haben Sie Verständnis, dass der exakte Zeitpunkt des Eingriffs variieren kann. Vor dem Transfer in den OP-Bereich erhalten Sie ggf. eine Beruhigungstablette (Prämedikation). Im OP-Vorbereitungsraum (Schleuse) werden Sie vom Anästhesie- und OP-Team empfangen. Sie werden nochmals befragt, welche Schulter operiert werden soll, bevor die Seite markiert wird. Im Anschluss wird mit den Vorkehrungen zur Anästhesie begonnen.

Was geschieht unmittelbar nach dem Eingriff im Aufwachraum?

Nach Abschluss der Operation kommen Sie zunächst in den Aufwachraum. Hier werden Sie von einem spezialisierten anästhesiologischen Team kontinuierlich überwacht, und die Vitalfunktionen wie Herzfrequenz, Blutdruck und Sauerstoffsättigung ständig kontrolliert. Sie verbleiben im Aufwachraum, bis die Wirkung der Anästhesie sicher abgeklungen ist und Ihr Zustand stabil ist.

Das Personal achtet auf Ihr Befinden und stellt sicher, dass Sie sich vor der Verlegung zurück auf die Normalstation wohlfühlen. Auch ich selbst schaue bereits im Aufwachraum nach Ihnen. Außerdem visitiere ich Sie in den folgenden Tagen auf Station.

01.02 Nach der Schulteroperation: Nachbehandlung, Heilungsverlauf und Verhalten im Alltag

Wie lange muss die Armschlinge (z. B. Gilchrist-Verband) nach einer Schulteroperation getragen werden?

Die Dauer der Ruhigstellung ist strikt vom durchgeführten Eingriff abhängig und wird im Nachbehandlungsprotokoll genau festgelegt. Bei einer Naht der Rotatorenmanschette oder einer Stabilisierungsoperation ist ein Abduktionskissen für 2 bis 4 Wochen erforderlich, um die Heilung der genähten Strukturen zu schützen.

Nach der Implantation einer Schulterprothese legen Sie das Abduktionskissen in den ersten Tagen an, um die Schmerzen im Wundbereich zu vermindern. Sobald der Schmerz es zulässt, können Sie es ablegen. Zum Essen oder der Körperpflege ziehen Sie es aus. Nachts werden Sie in den ersten Tagen das Abduktionskissen tragen, können es dann aber, sobald Sie wollen, auch auslassen.

Bei anderen Eingriffen, bei denen „nur“ Gewebe entfernt wurde (z. B. Kalkentfernung, subakromiale Dekompression), verwenden Sie das Abduktionskissen zur Schmerzvermeidung.

Ist das Tragen der Armschlinge Tag und Nacht erforderlich?

Nach einer Rotatorenmanschettennaht tragen Sie das Abduktionskissen am Tag und in der Nacht für 14 Tage.

Im Anschluss können Sie es in der Nacht weglassen. Für 6 Wochen dürfen Sie nicht aktiv den Arm zur Seite abspreizen. Im Rahmen der Physiotherapie und mithilfe eines Bewegungsstuhls (CPM, Stuhl) wird die Schulter passiv mobilisiert.

Wann beginnt die Physiotherapie nach der Operation?

Die Physiotherapie beginnt am ersten Tag nach der Operation. Die erste Phase der Therapie konzentriert sich auf die passive Mobilisierung des Gelenks, um Verklebungen und die Entwicklung einer Schultersteife (Frozen Shoulder) zu verhindern.

Wir erstellen für Sie einen individuellen Therapieplan, den Sie bei der Entlassung ausgehändigt bekommen.

Was sind „passive“ vs. „aktive“ Mobilisierung und warum ist die Reihenfolge entscheidend?

Beide Behandlungsarten sind entscheidend für den Heilungserfolg:

Passive Mobilisierung: Dabei wird Ihr Arm von einem Therapeuten (oder einer Motorschiene) bewegt, ohne dass Sie Ihre eigene Schultermuskulatur anspannen. Dies dient dem Erhalt der Beweglichkeit, ohne die genähte Sehne oder andere Weichteilstrukturen zu belasten.

Aktive Mobilisierung: Sie bewegen Ihren Arm selbstständig durch die Kraft Ihrer eigenen Muskeln unter Anleitung der Physiotherapie. Nach einer Sehnenrekonstruktion darf für 6 Wochen der Arm nicht aktiv zur Seite geführt werden. Eine zu frühe aktive Anspannung der Muskulatur könnte zum Reißen der Sehnennaht (Reruptur) führen. Der Übergang zur aktiven Mobilisierung erfolgt erst nach Freigabe durch den Operateur, basierend auf dem Heilungsfortschritt.

Wann erfolgt der erste Verbandswechsel nach der Operation?

Der erste Verbandswechsel findet in der Regel am ersten Tag nach der Operation statt, im Rahmen des stationären Aufenthalts. Der Verband nach der Implantation einer Schulterprothese muss in der Regel nicht gewechselt werden.

Ihnen wird zum Abschluss der Operation, wenn Sie noch schlafen, ein transparenter Verband angelegt, der üblicherweise bis zum Fadenzug nach 14 Tagen belassen werden kann. Mit diesem Verband können Sie auch duschen.

Wann werden die Fäden entfernt?

Das verwendete Fadenmaterial bei einer Arthroskopie wird typischerweise nach 7 Tagen entfernt. Nach einer Schulterprothese wird der Faden nach 14 Tagen entfernt.

Die Fäden können von Ihrem Orthopäden oder Hausarzt entfernt werden.

Wie pflege ich die Operationsnarbe korrekt, um eine optimale Heilung zu gewährleisten?

In der ersten Phase nach der Fadenentfernung gilt: Weniger ist mehr. Narben heilen am besten, wenn sie mechanisch in Ruhe gelassen werden.

Solange die Narbe noch frisch und gerötet ist, sollten Sie intensive Massagetechniken oder spezielle Pflegeprodukte (Salben) vermeiden. Für 6 Monate sollte sie vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden.

Welche Körpersignale (z. B. Schwellung, Erwärmung) sind nach einer Schulteroperation normal?

Nach einem operativen Eingriff reagiert der Körper. Eine gewisse Schwellung, eine leichte Erwärmung des Gelenks und ein Missempfinden oder Kribbeln (oft bedingt durch die Schwellung oder die Anästhesie) sind in den ersten Tagen bis Wochen normal. Auch Blutergüsse (Hämatome), die am Arm oder auch des Brustmuskels „nach unten wandern“, sind typisch.

Sollten Sie jedoch eine plötzliche, starke Zunahme der Schwellung, eine intensive Rötung, Eiter aus dem Narbenbereich, Fieber oder ein anhaltendes, starkes Pochen im Wundbereich feststellen, kontaktieren Sie mich bitte umgehend.

Wie finde ich eine geeignete Sitz- oder Liegeposition nach dem Eingriff?

Viele Patienten empfinden eine leicht aufrechte Position als am angenehmsten. Im Bett kann es helfen, den Oberkörper mit Kissen etwas höher zu lagern oder in der Seitlage zwischen operiertem Arm und dem Oberkörper ein Kissen zu legen.

Beim Sitzen sollten Sie darauf achten, dass die Schulter locker nach unten hängen kann und der Arm z.B. durch ein Kissen gelagert ist. Dem Schmerz beim Hängenlassen des Armes kann durch das Schulterkissen entgegengewirkt werden.

01.03 Rückkehr in Alltag und Sport: Arbeitsfähigkeit, Autofahren und Belastungsaufbau

Wann kann ich nach einer Schulteroperation voraussichtlich wieder meiner Bürotätigkeit nachgehen?

Die Dauer der Arbeitsunfähigkeit hängt stark von der Art des Eingriffs und Ihrer spezifischen Tätigkeit ab. Bei reinen Bürotätigkeiten, die mit der Schulter geklemmt und ggf. mit Anpassungen am Arbeitsplatz (z. B. Diktierfunktion) ausgeführt werden können, ist eine Rückkehr manchmal schon nach 1 bis 3 Wochen möglich.

Bei körperlich anspruchsvolleren Tätigkeiten kann die Arbeitsunfähigkeit 6 oder mehr Wochen andauern.

Wann darf ich nach einer arthroskopischen Schulteroperation wieder Auto fahren?

Die Freigabe zum Autofahren ist an zwei Bedingungen geknüpft: Sie müssen beide Hände leicht zum Lenkrad bewegen können und auch die Kraft und Beweglichkeit haben, unvorhergesehene Lenkmanöver (z. B. plötzliches Ausweichmanöver) durchführen zu können.

Bei vielen arthroskopischen Eingriffen (z. B. Rotatorenmanschettennaht) ist dies erfahrungsgemäß nach etwa 6 Wochen der Fall.

Wann darf ich nach dem Einsatz einer Schulterprothese (TEP) wieder Auto fahren?

Nach dem Einsatz eines künstlichen Schultergelenks (Schulter-TEP) ist die Rückkehr zum aktiven Autofahren nach 6 bis 12 Wochen meist möglich. Entscheidend ist die Beweglichkeit und Kraft Ihrer operierten Schulter.

Ab wann ist die Wiederaufnahme von schulterbelastenden Sportarten oder kontaktarmen Sportarten empfohlen?

Die Rückkehr zum Sport ist ein schrittweiser Prozess. Kontaktarme Ausdauersportarten wie Radfahren auf dem Ergometer, Wandern oder Joggen können oft (je nach Eingriff) nach 6 bis 12 Wochen wieder aufgenommen werden.

Sportarten, die die Schulter voll belasten, insbesondere Überkopfsportarten (Tennis, Volleyball, Schwimmen) oder Kontaktsportarten (Handball, Kampfsport), erfordern eine deutlich längere Rehabilitationsphase. Eine volle Sportfreigabe für diese Aktivitäten erfolgt oft erst nach 6 Monaten, wenn die Sehne vollständig eingeheilt und die Muskulatur wieder voll gekräftigt ist.

02. Regenerative Therapien bei Schulterarthrose: PRP, Kortison und moderne Behandlungsansätze

Was sind „regenerative Behandlungen” bei beginnender Schulterarthrose?

Regenerative Behandlungen sind ein zukunftsweisender Ansatz der modernen Orthopädie. Sie zielen darauf ab, die körpereigenen Heilungs- und Regenerationsprozesse zu nutzen, anstatt nur Symptome zu behandeln. Bei beginnender Schulterarthrose (Knorpelverschleiß) können hierfür biologische Substanzen wie z. B. PRP (Eigenblut, platelet-rich plasma = plättchenreiches Plasma) eingesetzt werden.

Das Ziel ist es, die Entzündungsvorgänge im Gelenk zu modulieren und das Gewebeumfeld zu verbessern. Eine Reparatur des eigentlichen Knorpelschadens ist dadurch nicht möglich.

Wie funktioniert eine Behandlung mit autologem, plättchenreichem Plasma (A-PRP) an der Schulter?

PRP (auch „Eigenbluttherapie“ genannt) nutzt die konzentrierten Wachstumsfaktoren aus Ihrem eigenen Blut. Plättchenreiches Plasma (PRP) wird direkt in das von Arthrose betroffene Schultergelenk injiziert. Dort setzen die Blutplättchen (Thrombozyten) eine Vielzahl von Wachstumsfaktoren frei.

Diese biologischen Signale können entzündliche Prozesse im Gelenk regulieren und die Regeneration von geschädigtem Gewebe unterstützen.

Wie ist der genaue Ablauf einer PRP-Therapie: von der Blutentnahme bis zur Injektion?

Der Ablauf einer PRP-Behandlung ist standardisiert und erfolgt ambulant in der Praxis:

Blutentnahme: Ihnen wird eine kleine Menge Blut (ähnlich einer normalen Blutprobe) aus der Armvene entnommen.

Zentrifugation: Das Blut wird in einem speziellen System (Zentrifuge) aufbereitet. Durch die Zentrifugation werden die roten Blutkörperchen vom Blutplasma getrennt.46

Konzentration: In einem zweiten Schritt wird das Plasma, das die wertvollen Blutplättchen (Thrombozyten) enthält, konzentriert.

Injektion: Das so gewonnene, hochkonzentrierte PRP wird vom Arzt unter sterilen Bedingungen direkt in das Schultergelenk injiziert.

Was ist der Unterschied zwischen PRP und einer Kortison-Injektion?

Beide Verfahren werden zur Behandlung von Gelenkbeschwerden eingesetzt, ihre Wirkweise ist jedoch fundamental unterschiedlich. Kortison ist ein starker Entzündungshemmer, der oft eine schnelle Linderung von Missempfindungen bewirkt. Langfristig kann Kortison jedoch gewebeschädigende Effekte haben. PRP ist ein regenerativer Ansatz.

Es wirkt ebenfalls entzündungsregulierend, aber nicht durch Unterdrückung, sondern durch biologische Modulation. Es liefert Wachstumsfaktoren, die den Heilungsprozess unterstützen sollen. Studien deuten darauf hin, dass die Therapie mit PRP bei beginnender Arthrose effektiver und nachhaltige Ergebnisse erzielen kann.

Welche Rolle spielt die Stammzellentherapie bei der Behandlung von Gelenkverschleiß in der Schulter?

Die Behandlung mit mesenchymalen Stammzellen (MSZ) ist eine Therapiemethode, die noch nicht als etabliert bezeichnet werden kann. Valide Studien über ihre Wirksamkeit am Schultergelenk liegen noch nicht vor.

02.1 Minimal-invasive Schulterarthroskopie: Technik, Vorteile und Zukunftsperspektiven

Was bedeutet „minimal-invasive Schulterarthroskopie“ (Schlüssellochtechnik)?

Die Schulterarthroskopie, auch Gelenkspiegelung genannt, ist eine hochmoderne minimal-invasive Operationstechnik. Statt eines großen Hautschnitts sind nur wenige kleine Einstiche (Inzisionen) von wenigen Millimetern Länge notwendig. Über einen dieser Einstiche wird eine winzige Kamera (Arthroskop) mit einem optischen System in das Gelenk eingeführt.

Dieses überträgt hochauflösende Bilder auf einen Monitor. Über weitere kleine Inzisionen kann der Operateur spezielle Mikro-Instrumente einführen, um die diagnostizierten Schäden (z. B. Sehnenrisse, Kalkdepots) präzise zu behandeln, ohne gesundes Gewebe unnötig zu traumatisieren.

Welche zukünftigen Technologien verbessern die Schulterarthroskopie?

Die Schulterarthroskopie entwickelt sich technologisch weiter. Zukünftige Innovationen zielen auf noch höhere Präzision und Effizienz ab. Dazu gehört der Einsatz von hochauflösenden 4K-Kamerasystemen, die eine noch brillantere und detailreichere Visualisierung des Gelenkinneren ermöglichen.

Sie wird bereits durch mich eingesetzt Außerdem werden die vorhandenen Ankersysteme stets weiterentwickelt, um eine optimale Naht der Rotatorenmanschette zu ermöglichen.

Minimiert die arthroskopische Technik das Gewebetrauma und beschleunigt die Genesung?

Ja, das ist der entscheidende Vorteil. Im Vergleich zu älteren, offenen Operationsmethoden wird das umliegende Weichteilgewebe (Muskeln, Kapsel) bei der Arthroskopie maximal geschont.

Dieses minimierte Gewebetrauma führt in der Regel zu einer schnelleren postoperativen Erholung und weniger Schmerzen. Patienten können oft früher mit der Rehabilitation beginnen, und die Genesungszeit verkürzt sich signifikant.

02.2 Rotatorenmanschettenrekonstruktion: Heilungschancen, Nahttechniken und biologische Augmentation

Warum ist die Heilungsrate (Rerupturrate) nach einer Rotatorenmanschettennaht ein relevantes Thema?

Die Rotatorenmanschette reißt üblicherweise im Bereich einer schlechteren Durchblutung. Trotz perfekter chirurgischer Nahttechnik bleibt die biologische Anheilung der Sehne am Knochen die größte Herausforderung.

Die Raten, mit denen eine genähte Sehne nicht vollständig einheilt oder erneut reißt (Rerupturraten), sind ein bekanntes Phänomen in der Schulterchirurgie. Daher liegt der Fokus der modernen Forschung auf der optimalen Sehnennaht und ggf. biologischen Unterstützung des Heilungsprozesses.

Was ist eine „biologische Augmentation“ bei einer Rotatorenmanschettenrekonstruktion?

Biologische Augmentation” (Verstärkung) bezeichnet den Einsatz von körpereigenen Substanzen oder biologischen Materialien, um die Heilung der Sehne nach einer Naht zu verbessern und das Risiko einer Reruptur zu senken.

Statt sich nur auf die mechanische Naht zu verlassen, wird zusätzlich ein biologischer Stimulus an der Reparaturstelle gesetzt Hierzu zählen Verfahren wie die Anwendung von Plättchen reichem Plasma (PRP), Knochenmarkstimulation oder speziellen Membranen (Patches/Scaffolds).

Was ist der Unterschied zwischen einer einreihigen (Single-Row) und einer zweireihigen (Double-Row / Suture-Bridge) Nahttechnik?

Diese Begriffe beschreiben die arthroskopische Nahttechnik, mit der die gerissene Sehne wieder am Knochen (Tuberculum majus = großer Rollhügel am Oberarmkopf) befestigt wird.

• Single-Row (Einreihig): Die Fadenanker werden in einer Reihe am Knochen platziert.

• Double-Row / Suture-Bridge (Zweireihig): Die Fadenanker werden in zwei Reihen platziert (z. B. eine mediale und eine laterale Reihe). Die Fäden werden über die Sehne gespannt. Dadurch soll die Sehne über einen breiteren Bereich auf den angefrästen Knochen gepresst werden.

Biomechanische Studien im Labor haben gezeigt, dass zweireihige Fixationen eine stabilere und flächigere Anpressung der Sehne an den Knochen ermöglichen. Dadurch lässt sich die Re-Rupturrate vermindern.

02.3 Latarjet-Operation: Indikation und Nachbehandlung bei Schulterinstabilität

Was ist die Operation nach Latarjet und wann wird sie eingesetzt?

Die Operation nach Latarjet ist ein knöchernes Stabilisierungsverfahren. Sie kommt bei wiederkehrender Schulterinstabilität (Luxationen) zum Einsatz, insbesondere, wenn durch die Luxationen bereits ein signifikanter Knochenverlust an der Gelenkpfanne (Glenoid) entstanden ist und/oder die knöcherne Läsion am hinteren Teil des Oberarmkopfes (Hill- Sachs Delle) weit entfernt vom Ansatz der Rotatorenmanschette und damit gelenknah liegt.

Bei diesem Eingriff wird ein kleiner Knochenblock vom Entenschnabelfortsatz (Processus coracoideus) zusammen mit den daran ansetzenden Sehnen versetzt und an der Vorderkante der Gelenkpfanne fixiert. Dies vergrößert die knöcherne Gelenkfläche und erzeugt durch die versetzten Sehnen einen „Sling-Effekt“ (Muskelschlinge), der die Schulter zusätzlich dynamisch stabilisiert.

Wie sieht das spezifische Nachbehandlungsschema nach einer arthroskopischen Latarjet-Operation aus?

Das Nachbehandlungsschema nach einer Latarjet-Operation ist spezifisch, da die knöcherne Fixierung eine hohe primäre Stabilität bietet. Die Rehabilitation ist in Phasen gegliedert, um die knöcherne Einheilung des Knochenblocks zu gewährleisten. Ein typisches Protokoll ist in der folgenden Tabelle dargestellt:

In der ersten Phase (1.–2. Woche, Proliferationsphase) steht der Schutz der operierten Strukturen im Vordergrund. Nachts erfolgt die Ruhigstellung im Gilchrist-Verband, während leichte Alltagsbewegungen ohne Belastung bereits erlaubt sind. Die Mobilisation erfolgt ausschließlich passiv und ist auf etwa 60° Abduktion begrenzt. Angrenzende Gelenke wie Hand und Ellenbogen sollen aktiv bewegt werden, um Bewegungseinschränkungen vorzubeugen. Auf ein gezieltes Training wird weitgehend verzichtet: Insbesondere Bizepstraining sowie kräftige Innenrotation sind untersagt, um den Musculus subscapularis zu schonen.

In der zweiten Phase (3.–6. Woche, Phase der knöchernen Heilung) wird die Mobilität schrittweise erweitert. Die passive Mobilisation kann – abhängig vom individuellen Empfinden – zunehmend ohne feste Einschränkungen erfolgen und wird durch vorsichtige passiv-aktive Bewegungen ergänzt. Parallel beginnt ein dosierter Trainingsaufbau: Die Außenrotation wird aktiv trainiert, wobei der Arm eng am Körper geführt wird. Zusätzlich kann ein leichtes Bizepstraining mit geringer Last (bis maximal 5 kg) aufgenommen werden, ebenfalls in stabiler Armposition am Körper. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Skapulamobilisation, also dem gezielten Training der Schulterblattbeweglichkeit und -kontrolle.

In der dritten Phase (ab der 7. Woche, stabile knöcherne Heilung) liegt der Fokus auf der Wiederherstellung der vollen Beweglichkeit sowie der Koordination. Voraussetzung für den Übergang in diese Phase ist eine radiologische Kontrolle, die die knöcherne Heilung bestätigt. Nun wird auch die Innenrotation aktiv trainiert. Der Trainingsumfang wird deutlich gesteigert und umfasst gezielten Kraftaufbau, beispielsweise mittels Theraband-Übungen, auch für Überkopfbewegungen. Ergänzend erfolgt ein Koordinationstraining sowie – je nach Bedarf und Zielsetzung – ein sportartspezifischer Aufbau zur Rückkehr in Alltag und Sport.

02.4 Kalkschulter (Tendinosis calcarea): Indikation und Ablauf der arthroskopischen Therapie

Wann ist eine operative Behandlung der Kalkschulter (Tendinosis calcarea) notwendig?

Eine Operation wird bei einer Kalkschulter (Tendinosis calcarea) erst dann in Betracht gezogen, wenn die Funktionseinschränkungen und Missempfindungen sehr ausgeprägt sind und durch die nicht-operativen Maßnahmen (z. B. Stoßwellentherapie, Physiotherapie) über einen längeren Zeitraum keine ausreichende Besserung erzielt werden konnte.

Der Patient entscheidet oft selbst, wann die konservativen Möglichkeiten für ihn ausgeschöpft sind.

Wie läuft die arthroskopische (minimal-invasive) Kalkentfernung ab?

Die operative Kalkentfernung erfolgt heute standardmäßig minimal-invasiv mittels Schulterarthroskopie (Schlüssellochtechnik). Unter Sicht der Kamera wird das Kalkdepot in der Sehne (meist der Supraspinatussehne) präzise lokalisiert. Die Sehne wird anschließend gezielt eröffnet und das Kalkmaterial, das oft eine zähe, kreideartige Konsistenz hat, wird mit speziellen Instrumenten (z.B. Kürette) aus der Sehne „ausgeschält“.

Das Material wird anschließend mit einem Shaver (Saug-Schneide- Instrument) abgesaugt und aus dem Gelenk entfernt. Das entstandene kleine „Loch“ in der Sehne wird je nach Größe entweder belassen (es heilt von selbst) oder mit einer Naht verschlossen.

03. Moderne Schulterprothetik: Implantattypen, Personalisierung und präoperative Planung

Was ist der Unterschied zwischen einer anatomischen und einer inversen Schulterprothese?

Die Wahl der Prothese hängt vom Zustand der Rotatorenmanschette (Sehnen) ab:

Anatomische Prothese: Sie bildet das natürliche Gelenk 1:1 nach (Kopf auf dem Oberarmknochen, Pfanne am Schulterblatt). Sie wird eingesetzt, wenn die Arthrose (Verschleiß) das Hauptproblem ist, aber die Rotatorenmanschette noch intakt und funktionsfähig ist.

Inverse (umgekehrte) Prothese: Hier wird die Anatomie „umgekehrt”. Der Kopf (die Kugel) wird an der Gelenkpfanne fixiert und die Pfanne am Oberarmknochen. Dieses Design ändert die Biomechanik des Gelenks so, dass der große Deltamuskel die Funktion der defekten Rotatorenmanschette übernehmen kann, indem er vermehrt angespannt wird. Sie wird bei Arthrose plus einer irreparablen Rotatorenmanschettenschädigung (Defektarthropathie), bei größeren knöchernen Defekten an der Gelenkpfanne oder bei Frakturen eingesetzt.

Was ist eine „personalisierte“ oder „patientenspezifische“ Schulterprothese?

Eine personalisierte Schulterprothese ist ein Implantat, das nicht „von der Stange“ kommt, sondern mittels moderner 3D-Druck-Technologie (additiver Fertigung) maßgeschneidert für die einzigartige Anatomie des einzelnen Patienten hergestellt wird. Standardprothesen sind in verschiedenen Größen verfügbar, passen aber bei komplexen Veränderungen der Knochenstrukturen oder starkem Knochenverlust (z. B. bei Revisionseingriffen) oft nicht optimal.

Ein personalisiertes 3D-Implantat wird auf Basis eines CT-Scans exakt an die individuellen Gegebenheiten (z. B. geringe Auflagefläche am Glenoid) angepasst.

Was sind „Patient-Specific Instruments“ (PSI) oder 3D-gedruckte Bohrschablonen?

Patient-Specific Instruments (PSI) sind patientenspezifische Ziel- und Bohrschablonen, die ebenfalls im 3D-Druckverfahren (meist aus sterilisierbarem Kunststoff) hergestellt werden. Basierend auf der präoperativen 3D-Planung wird eine Schablone gedruckt, die während der Operation exakt auf den Knochen des Patienten passt.

Diese Schablone gibt dem Operateur die genauen Bohrrichtungen und die Positionierung für die Implantatkomponenten vor. PSI fungieren als „Navigator“, um die digitale Planung mit höchster Präzision in die Realität im OP-Saal zu übertragen.

Wie ist der genaue Ablauf von der Entscheidung für eine personalisierte Prothese bis zur Operation?

Der Prozess einer personalisierten Schulter-TEP ist ein digitaler Workflow, der eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Chirurgen und Biomedizinischen Ingenieuren erfordert. Er stellt die modernste Form der Gelenkchirurgie dar. Der Ablauf für den Patienten und das medizinische Team ist in der folgenden Tabelle detailliert beschrieben.

Schritt 1 – Datenerfassung

Verantwortlich: Radiologie / PatientNach der Indikationsstellung durch den Chirurgen wird eine hochauflösende Computertomographie (CT) der betroffenen Schulter durchgeführt. Diese CT-Daten (DICOM-Format) sind die Basis für alles Folgende.

Schritt 2 – 3D-Modellierung

Verantwortlich: IngenieureDie CT-Daten werden in eine spezielle Software hochgeladen. Biomedizinische Ingenieure erstellen daraus ein exaktes, virtuelles 3D-Modell der individuellen Knochenanatomie des Patienten.

Schritt 3 – Digitale OP-Planung

Verantwortlich: OperateurDer Operateur erhält das 3D-Modell und führt die Operation „virtuell“ in einer Planungssoftware am Computer durch. Er testet verschiedene Implantatgrößen, wählt die optimale Positionierung und bestimmt die korrekte Ausrichtung (z. B. Neigung, Torsion).

Schritt 4 – Design & Freigabe

Verantwortlich: Ingenieure & ChirurgBasierend auf der finalen Planung des Chirurgen entwerfen die Ingenieure das maßgeschneiderte 3D-Implantat (falls nötig) und/oder die 3D-gedruckten Zielschablonen. Dieser Plan wird vom Chirurgen geprüft und freigegeben.

Schritt 5 – 3D-Druck (Fertigung)

Verantwortlich: HerstellerNach der Freigabe werden die Komponenten gefertigt. Die patientenspezifischen Implantate werden aus Titan (medizinischer 3D-Druck) und die Zielschablonen (PSI = patientenspezifische Instrumentierung) aus sterilisierbarem Kunststoff gedruckt.

Schritt 6 – Intraoperative Umsetzung

Verantwortlich: Operateur im OP-SaalDer Operateur erhält die sterilisierten, 3D-gedruckten Schablonen (PSI). Diese werden während des Eingriffs auf den Knochen des Patienten aufgesetzt und passen nur in einer einzigen Position. Sie dienen als präzise Führung, um die 3D-Planung exakt umzusetzen.

Schritt 7 – Postoperative Kontrolle

Verantwortlich: OperateurNach der Implantation wird durch Röntgen die korrekte Positionierung des Implantats überprüft und mit der präoperativen digitalen Planung abgeglichen.

Noch ungeklärte Fragen?
Schreiben Sie mir!

Mir liegt Ihr Wohlergehen am Herzen und ich berate Sie jederzeit gerne und umfassend. Ich werde Ihnen sowohl vor als auch nach der Operation mit mir persönlich und meinem Team zur Seite stehen.