Omarthrose (Schulterarthrose)

Was ist eine Omarthrose (Schulterarthrose)?

Die Omarthrose, auch als Schulterarthrose oder Glenohumeralarthrose bezeichnet, ist eine degenerative Gelenkerkrankung des Schultergelenks. Dabei kommt es zu einem fortschreitenden Verschleiß des Gelenkknorpels zwischen dem Oberarmkopf (Humeruskopf) und der Gelenkpfanne des Schulterblatts (Glenoid).

Bei einer Omarthrose wird die normalerweise glatte Knorpeloberfläche zunehmend rau und dünner, was zu Reibung, Entzündungen und charakteristischen Beschwerden führt. Die Schulterarthrose betrifft hauptsächlich Menschen ab dem 50. Lebensjahr und kann die Lebensqualität durch Schmerzen und Bewegungseinschränkungen erheblich beeinträchtigen.

Symptome der Omarthrose


Die Symptome einer Schulterarthrose entwickeln sich meist schleichend und verstärken sich mit der Zeit. Typischerweise beginnen die Beschwerden mit gelegentlichen Schmerzen bei bestimmten Bewegungen und können bis zu dauerhaften Schmerzen und deutlichen Funktionseinschränkungen führen.

Typische Symptome im Überblick:

  • Belastungsschmerzen: Schmerzen bei Bewegung des Arms, besonders beim Heben über Kopfhöhe
  • Ruheschmerzen: Schmerzen auch in Ruhe, häufig nachts verstärkt
  • Bewegungseinschränkung: Eingeschränkte Beweglichkeit der Schulter in alle Richtungen
  • Steifheitsgefühl: Morgendliche Steifheit der Schulter
  • Kraftverlust: Nachlassende Kraft beim Greifen und Heben
  • Knirschgeräusche: Krepitation bei Schulterbewegungen
  • Schwellungen: Gelegentliche Schwellung des Schultergelenks
  • Ausstrahlende Schmerzen: Schmerzen, die in den Oberarm oder Nacken ausstrahlen

Ursachen der Omarthrose

Die Schulterarthrose kann verschiedene Ursachen haben, wobei zwischen primärer und sekundärer Omarthrose unterschieden wird:

Primäre Omarthrose entsteht durch den natürlichen Alterungsprozess und Verschleiß des Gelenkknorpels. Faktoren wie genetische Veranlagung, Übergewicht und mechanische Überlastung durch berufliche oder sportliche Tätigkeiten können den Knorpelabbau beschleunigen.

Sekundäre Omarthrose entwickelt sich als Folge anderer Erkrankungen oder Verletzungen.Häufige Ursachen sind Schulterinstabilität, Rotatorenmanschettenschäden, rheumatoide Arthritis, Schultersteife (Frozen Shoulder), Kalkschulter oder Folgen von Schulterbrüchen. Auch Durchblutungsstörungen des Oberarmkopfes (Humeruskopfnekrose) können zu einer
Schulterarthrose führen.

Diagnose der Omarthrose

Die Diagnose einer Schulterarthrose erfolgt durch eine Kombination aus Anamnese, körperlicher Untersuchung und bildgebenden Verfahren:

Anamnese und klinische Untersuchung: Der Arzt erfragt zunächst die Beschwerden, deren Dauer und Intensität. Bei der körperlichen Untersuchung werden Beweglichkeit, Kraft und Schmerzpunkte der Schulter getestet.

Röntgenuntersuchung: Das Röntgenbild zeigt charakteristische Veränderungen wie Gelenkspaltverengung, Knochenanbauungen (Osteophyten) und Verdichtungen der gelenknahen Knochen (Sklerosierung).

Weitere Bildgebung: Bei unklaren Befunden können MRT oder CT zusätzliche Informationen über den Zustand des Knorpels, der Weichteile und mögliche Begleitverletzungen liefern.

Gelenkpunktion: In seltenen Fällen kann eine Punktion des Schultergelenks zur Untersuchung der Gelenkflüssigkeit notwendig sein.

Therapie (Konservativ)

Die konservative Behandlung der Omarthrose steht meist am Anfang der Therapie und kann die Beschwerden deutlich lindern:

Medikamentöse Therapie: Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac reduzieren Schmerzen und Entzündungen. Bei starken Schmerzen können auch Kortison-Injektionen ins Gelenk erwogen werden.

Physiotherapie: Krankengymnastik und physikalische Therapie verbessern die Beweglichkeit, stärken die Muskulatur und können Schmerzen reduzieren. Wichtig sind gezielte Übungen zur Mobilisation und Stabilisation der Schulter.

Ergotherapie: Hilft bei der Anpassung alltäglicher Aktivitäten und vermittelt gelenkschonende Bewegungsmuster.

Physikalische Therapie: Wärme- und Kälteanwendungen, Elektrotherapie oder Ultraschall können schmerzlindernd und entzündungshemmend wirken.

Hyaluronsäure-Injektionen: Als Gelenkschmiere kann Hyaluronsäure die Beweglichkeit verbessern und Schmerzen reduzieren.

Therapie (Operativ)

Wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichend helfen und die Beschwerden die Lebensqualität stark beeinträchtigen, kommen operative Verfahren in Betracht:

Arthroskopische Verfahren: Bei noch nicht zu weit fortgeschrittener Arthrose können minimalinvasive Eingriffe wie Gelenkspülung, Knorpelglättung oder Entfernung freier Gelenkkörper durchgeführt werden.

Schulterprothese (Endoprothese): Bei schwerer Omarthrose ist der Gelenkersatz oft die beste Option. Unterschieden wird zwischen Teilprothesen (Hemiprothese) und vollständigen Prothesen (Totalendoprothese).

Inverse Schulterprothese: Bei gleichzeitigem Rotatorenmanschettenschaden wird eine spezielle inverse Prothese eingesetzt, die auch bei defekter Rotatorenmanschette gute Funktion ermöglicht.

Versteifungsoperation (Arthrodese): In seltenen Fällen bei jungen Patienten oder nach Prothesenversagen kann eine Gelenkversteifung erwogen werden.

Fünf Übungen bei einer Omarthrose (Schulterarthrose)

Diese Übungen sollten regelmäßig und schmerzangepasst durchgeführt werden. Bei starken Schmerzen ist eine vorherige Rücksprache mit dem behandelnden Arzt oder Physiotherapeuten empfehlenswert.

Wichtiger Hinweis: Alle Übungen sollten schmerzfrei durchgeführt werden. Bei zunehmenden Beschwerden brechen Sie die Übungen ab und konsultieren Sie Ihren Arzt oder Physiotherapeuten. Die Übungen ersetzen keine professionelle medizinische Behandlung und sollten idealerweise unter Anleitung eines qualifizierten Therapeuten erlernt werden.

Übung 1

Lassen Sie den betroffenen Arm locker hängen und schwingen Sie ihn sanft vor und zurück sowie seitlich. Diese Übung lockert das Gelenk und kann Schmerzen lindern. Führen Sie die Bewegung 1-2 Minuten lang aus.

Übung 2

Stehen Sie etwa eine Armlänge vor einer Wand. Lassen Sie die Finger der betroffenen Seite langsam an der Wand nach oben „klettern“, so hoch es schmerzfrei möglich ist. Halten Sie die Position kurz und gleiten Sie dann zurück. Wiederholen Sie 10-15 Mal.

Übung 3

Ziehen Sie beide Schulterblätter zusammen und halten Sie die Spannung 5 Sekunden. Anschließend entspannen Sie bewusst. Diese Übung verbessert die Haltung und entlastet das Schultergelenk. 10-15 Wiederholungen.

Übung 4

Nehmen Sie ein Handtuch in beide Hände. Führen Sie es hinter den Rücken, eine Hand von oben, die andere von unten. Ziehen Sie sanft mit der gesunden Seite, um die betroffene Schulter zu dehnen. 30 Sekunden halten, 3-5 Wiederholungen.

Übung 5

Drücken Sie mit der Handfläche gegen eine Wand, ohne dass eine Bewegung stattfindet. Halten Sie die Anspannung 5-10 Sekunden. Diese Übung kräftigt die Schultermuskulatur ohne das Gelenk zu belasten. Wiederholen Sie in verschiedenen Winkeln je 5-10 Mal.

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