Was ist eine Schulter Sehnenentzündung?

Eine Schulter Sehnenentzündung ist eine häufige Ursache für Schulterschmerzen, die sowohl Sportler als auch Menschen im Alltag betreffen kann. In diesem umfassenden Ratgeber erfahren Sie alles Wichtige über Symptome, Ursachen und moderne Behandlungsmöglichkeiten einer Sehnenentzündung in der Schulter.

Eine Schulter Sehnenentzündung, medizinisch als Tendinitis oder Tendinopathie bezeichnet, ist eine entzündliche Erkrankung der Sehnen im Schultergelenk. Am häufigsten betroffen sind die Sehnen der Rotatorenmanschette, insbesondere die Supraspinatussehne. Diese vier Muskeln und ihre Sehnen stabilisieren das Schultergelenk und ermöglichen die komplexen Bewegungen des Arms.

Die Entzündung entsteht meist durch Überlastung, Verschleiß oder wiederholte Mikrotraumata der Sehnenstrukturen. Besonders gefährdet ist der Bereich unter dem Schulterdach (Akromion), wo die Sehnen bei Armbewegungen über Kopfhöhe eingeklemmt werden können. Dies führt zu einer schmerzhaften Reizung und Entzündung des Sehnengewebes.

Symptome einer Schulter Sehnenentzündung

Die Beschwerden bei einer Schulter Sehnenentzündung entwickeln sich meist schleichend und verstärken sich bei bestimmten Bewegungen. Typisch sind Schmerzen beim seitlichen Anheben des Arms zwischen 60 und 120 Grad – dem sogenannten „painful arc“ (schmerzhafter Bogen). Nachtschmerzen treten häufig auf, besonders beim Liegen auf der betroffenen Seite.

Typische Symptome im Überblick

  • Schmerzen beim Anheben des Arms – insbesondere zwischen 60-120 Grad Abduktion
  • Nachtschmerzen – verstärkte Beschwerden in Ruhe und beim Liegen auf der Schulter
  • Kraftverlust – Schwäche beim Heben und Tragen von Gegenständen
  • Bewegungseinschränkung – reduzierte Beweglichkeit in alle Richtungen
  • Schmerzen bei Überkopfbewegungen – Probleme beim Kämmen, Anziehen oder Greifen nach oben
  • Druckschmerz – Empfindlichkeit bei Berührung der Schulter
  • Steifigkeit am Morgen – eingeschränkte Beweglichkeit nach dem Aufstehen
  • Ausstrahlende Schmerzen – Beschwerden bis in den Oberarm oder Nacken

Ursachen der Schulter Sehnenentzündung

Die Entstehung einer Schulter Sehnenentzündung ist meist multifaktoriell bedingt. Häufigste Ursache ist das Impingement-Syndrom, bei dem Sehnen unter dem Schulterdach eingeklemmt werden. Dies geschieht besonders bei wiederholten Überkopfbewegungen im Sport oder Beruf.

Degenerative Veränderungen spielen mit zunehmendem Alter eine wichtige Rolle. Ab dem 40. Lebensjahr nimmt die Durchblutung der Sehnen ab, was zu einer verminderten Regenerationsfähigkeit führt. Auch anatomische Besonderheiten wie ein hakenförmiges Akromion oder Kalkablagerungen in den Sehnen können eine Entzündung begünstigen.

Weitere Risikofaktoren sind einseitige Belastungen im Beruf, unzureichendes Aufwärmen vor sportlichen Aktivitäten, muskuläre Dysbalancen und eine schlechte Körperhaltung. Diabetes mellitus und Schilddrüsenerkrankungen können ebenfalls das Risiko für Sehnenentzündungen erhöhen.

Diagnose einer Schulter Sehnenentzündung

Die Diagnose erfolgt zunächst durch eine ausführliche Anamnese und körperliche Untersuchung. Der Arzt fragt nach der Schmerzentwicklung, auslösenden Faktoren und begleitenden Symptomen. Bei der klinischen Untersuchung werden spezielle Tests durchgeführt, um die betroffenen Sehnenstrukturen zu identifizieren.

Bildgebende Verfahren unterstützen die Diagnosestellung. Die Ultraschalluntersuchung (Sonographie) kann Entzündungszeichen, Flüssigkeitsansammlungen und Sehnenrisse darstellen. Sie ist kostengünstig und ohne Strahlenbelastung durchführbar. Eine Magnetresonanztomographie (MRT) liefert detaillierte Bilder der Weichteile und kann auch kleinere Verletzungen oder degenerative Veränderungen aufzeigen.

Röntgenaufnahmen werden hauptsächlich zum Ausschluss knöcherner Veränderungen wie Kalkdepots oder Arthrosezeichen angefertigt. In manchen Fällen kann eine diagnostische Infiltration mit einem lokalen Betäubungsmittel helfen, die Schmerzquelle zu lokalisieren.

Konservative Therapie

Die konservative Behandlung steht bei einer Schulter Sehnenentzündung im Vordergrund und ist in den meisten Fällen erfolgreich. Zunächst sollten schmerzauslösende Bewegungen vermieden werden, ohne die Schulter vollständig ruhig zu stellen. Eine komplette Immobilisation kann zu Verklebungen und Bewegungseinschränkungen führen.

Die medikamentöse Therapie umfasst nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmung. Bei starken Beschwerden können Kortisoninjektionen in den Subakromialraum erwogen werden. Diese sollten jedoch sparsam eingesetzt werden, da wiederholte Injektionen die Sehnenstruktur schwächen können.

Physiotherapie spielt eine zentrale Rolle in der Behandlung. Zunächst stehen schmerzlindernde Maßnahmen wie Kälteanwendungen, Ultraschall oder Elektrotherapie im Vordergrund. Nach Abklingen der akuten Entzündung folgen gezielte Bewegungsübungen zur Wiederherstellung der Beweglichkeit und Kräftigung der Rotatorenmanschette.

Ergänzende Therapieverfahren wie Stoßwellentherapie, Akupunktur oder manuelle Therapie können den Heilungsprozess unterstützen. Wichtig ist auch die Identifikation und Korrektur auslösender Faktoren wie Fehlhaltungen oder einseitige Belastungen.

Operative Therapie

Eine operative Behandlung wird nur bei konservativer Therapieresistenz nach mindestens 6 Monaten oder bei strukturellen Schäden wie kompletten Sehnenrissen in Betracht gezogen. Der häufigste Eingriff ist die arthroskopische subakromiale Dekompression (ASD), bei der das Schulterdach geglättet und entzündetes Gewebe entfernt wird.

Bei der minimal-invasiven Arthroskopie (Gelenkspiegelung) werden über kleine Hautschnitte eine Kamera und Instrumente in das Gelenk eingeführt. Dies ermöglicht eine präzise Behandlung bei geringem Gewebetrauma und schnellerer Rehabilitation. Zusätzlich können Kalkdepots entfernt oder gerissene Sehnen genäht werden.

Die Nachbehandlung umfasst zunächst eine kurze Ruhigstellung für wenige Tage, gefolgt von einer strukturierten Physiotherapie. Die Rehabilitation gliedert sich in Phasen der Schmerzlinderung, Beweglichkeitsverbesserung und Kraftaufbau. Die vollständige Wiederherstellung der Schulterfunktion dauert meist 3-6 Monate.

Komplikationen sind bei arthroskopischen Eingriffen selten, können aber Infektionen, Nervenverletzungen oder anhaltende Steifigkeit umfassen. Die Erfolgsrate liegt bei etwa 80-90%, wobei jüngere Patienten und kleinere Sehnenrisse bessere Prognosen haben.

Vier Übungen bei einer Schulter Sehnenentzündung

Wichtiger Hinweis: Alle Übungen sollten schmerzfrei durchgeführt werden. Bei zunehmenden Beschwerden brechen Sie die Übungen ab und konsultieren Sie Ihren Arzt oder Physiotherapeuten. Die Übungen ersetzen keine professionelle medizinische Behandlung und sollten idealerweise unter Anleitung eines qualifizierten Therapeuten erlernt werden.

Übung 1

Stützen Sie sich mit der gesunden Hand auf einen Tisch und lassen Sie den betroffenen Arm locker hängen. Schwingen Sie den Arm sanft vor und zurück, dann seitlich und in kleinen Kreisen. Diese Übung mobilisiert das Gelenk schmerzfrei durch die Schwerkraft. Führen Sie die Bewegung 10-15 Mal in jede Richtung aus.

Übung 2

Befestigen Sie ein Theraband auf Ellenbogenhöhe und greifen Sie es mit der betroffenen Hand. Der Ellenbogen liegt am Körper an. Ziehen Sie das Band nach außen, gegen den Widerstand. Diese Übung kräftigt die Außenrotatoren der Rotatorenmanschette. Führen Sie 15-20 Wiederholungen durch.

Übung 3

Ziehen Sie im Stehen oder Sitzen die Schulterblätter zusammen, als wollten Sie einen Stift zwischen ihnen einklemmen. Halten Sie die Position 5 Sekunden und entspannen Sie dann. Diese Übung stabilisiert das Schulterblatt und verbessert die Haltung. Wiederholen Sie 10-15 Mal.

Übung 4

Legen Sie sich auf die gesunde Seite und führen Sie mit dem betroffenen Arm vorsichtige Bewegungen in alle Richtungen durch – nur soweit es schmerzfrei möglich ist. Diese Position entlastet das Gelenk und ermöglicht sanfte Mobilisation. Bewegen Sie den Arm 2-3 Minuten lang langsam und kontrolliert.

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