Schultereckge­lenkarthrose (AC-Gelenksarthrose)

Was ist eine Schultereck­ge­lenksarthrose (AC-Gelenksarthrose)?

Die Schultereckgelenksarthrose, medizinisch als Akromioklavikulargelenk-Arthrose (AC-Gelenksarthrose) bezeichnet, ist eine degenerative Gelenkerkrankung des Schultereckgelenks. Das AC-Gelenk verbindet das äußere Ende des Schlüsselbeins (Klavikula) mit dem Schulterdach (Akromion) und spielt eine wichtige Rolle bei der Schulterbeweglichkeit.

Bei einer AC-Gelenksarthrose kommt es zu einem fortschreitenden Verschleiß des Gelenkknorpels, der normalerweise für reibungslose Bewegungen sorgt. Im Verlauf der Erkrankung können sich zusätzlich Knochensporne (Osteophyten) bilden und das Gelenk versteifen. Die Schultereckgelenksarthrose tritt häufig bei Menschen über 40 Jahren auf und kann sowohl durch Alterungsprozesse als auch durch Überlastung oder Verletzungen entstehen.

Symptome der Schultereckgelenksarthrose

Die Beschwerden bei einer AC-Gelenksarthrose entwickeln sich meist schleichend und verstärken sich im Verlauf. Besonders charakteristisch sind Schmerzen am äußeren Ende des Schlüsselbeins, die bei bestimmten Bewegungen zunehmen. Viele Betroffene bemerken zunächst nur gelegentliche Beschwerden, die sich bei Belastung verstärken.

Typische Symptome im Überblick

  • Lokalisierte Schmerzen am Schultereckgelenk, direkt über dem äußeren Schlüsselbeinende
  • Belastungsschmerzen bei Overhead-Aktivitäten wie Heben der Arme über Kopfhöhe
  • Druckempfindlichkeit bei direktem Druck auf das AC-Gelenk
  • Bewegungseinschränkungen besonders beim seitlichen Heben des Arms
  • Nächtliche Schmerzen beim Liegen auf der betroffenen Schulterseite
  • Morgensteifigkeit mit verbesserter Beweglichkeit im Tagesverlauf
  • Knirschen oder Knacken (Krepitation) bei Schulterbewegungen

Ursachen der AC-Gelenksarthrose

Die Entstehung einer Schultereckgelenksarthrose kann verschiedene Ursachen haben. Häufig liegt eine Kombination mehrerer Faktoren vor, die zur Entwicklung der degenerativen Veränderungen beitragen.

Altersbedingte Faktoren spielen eine wesentliche Rolle, da der Gelenkknorpel im Laufe des Lebens an Elastizität verliert und sich natürlich abnutzt. Das AC-Gelenk ist aufgrund seiner exponierten Lage und häufigen Beanspruchung besonders betroffen.

Überlastung und repetitive Bewegungen können den Verschleiß beschleunigen. Sportarten wie Gewichtheben, Tennis, Volleyball oder Schwimmen, die häufige Overhead-Bewegungen erfordern, erhöhen das Risiko für eine AC-Gelenksarthrose. Auch berufliche Tätigkeiten mit wiederholten Armbewegungen über Schulterhöhe können zur Entstehung beitragen.

Traumatische Ereignisse wie Schultereckgelenksprengungen, Sturz auf die Schulter oder direkte Schläge auf das Schlüsselbein können akute Schäden verursachen, die später zu arthrotischen Veränderungen führen. Auch kleinere, wiederholte Mikrotraumata können langfristig zur Gelenkdegeneration beitragen.

Anatomische Besonderheiten wie angeborene Fehlstellungen oder unterschiedliche Gelenkformen können die Belastungsverteilung im AC-Gelenk beeinträchtigen und zu vorzeitigem Verschleiß führen.

Diagnose der Schultereckgelenksarthrose

Die Diagnose einer AC-Gelenksarthrose basiert auf einer Kombination aus klinischer Untersuchung und bildgebenden Verfahren. Eine sorgfältige Anamnese gibt erste Hinweise auf die Erkrankung.

Bei der körperlichen Untersuchung prüft der Arzt die Druckempfindlichkeit über dem AC-Gelenk und führt spezielle Tests durch. Der Cross-over-Test, bei dem der betroffene Arm horizontal vor den Körper geführt wird, provoziert typischerweise Schmerzen im AC-Gelenk. Auch der Impingement-Test und Bewegungstests geben Aufschluss über den Zustand des Gelenks.

Röntgenaufnahmen der Schulter in verschiedenen Ebenen zeigen charakteristische Veränderungen wie Gelenkspaltverschmälerung, Sklerosierung der Gelenkflächen und Osteophytenbildung. Spezielle Aufnahmen mit Gewichtsbelastung können eine Instabilität des AC-Gelenks aufdecken.

Eine Magnetresonanztomographie (MRT) kann bei unklaren Befunden zusätzliche Informationen über den Zustand des Knorpels, der umgebenden Weichteile und mögliche Begleitverletzungen liefern.

Der diagnostische Infiltrationstest mit einem örtlichen Betäubungsmittel direkt ins AC-Gelenk kann die Diagnose bestätigen, wenn die Schmerzen nach der Injektion vorübergehend verschwinden.

Konservative Therapie der AC-Gelenksarthrose

Die konservative Behandlung steht bei der AC-Gelenksarthrose zunächst im Vordergrund und kann in vielen Fällen eine deutliche Beschwerdelinderung bewirken. Das Therapiekonzept wird individuell an den Schweregrad der Erkrankung und die Beschwerden des Patienten angepasst.

Medikamentöse Therapie umfasst nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmung. Bei akuten Schmerzen können auch kurzzeitig Schmerzmittel wie Paracetamol eingesetzt werden. Topische Schmerzgele bieten eine lokale Alternative mit geringeren systemischen Nebenwirkungen.

Physiotherapie spielt eine zentrale Rolle in der konservativen Behandlung. Durch gezielte Übungen werden die Schulter- und Schulterblattmuskulatur gestärkt, die Beweglichkeit erhalten und Fehlbelastungen korrigiert. Manuelle Therapie und Mobilisationstechniken können die Gelenkfunktion verbessern.

Physikalische Therapie kann schmerzlindernd und entspannend wirken. Die Wahl der Methode richtet sich nach der individuellen Symptomatik.

Infiltrationstherapie mit Kortison direkt ins AC-Gelenk kann bei hartnäckigen Beschwerden eine deutliche Besserung bewirken. Diese Behandlung sollte aufgrund möglicher Nebenwirkungen nur gezielt und zeitlich begrenzt erfolgen.

Aktivitätsmodifikation durch Vermeidung schmerzhafter Bewegungen und Anpassung der Belastung ist ein wichtiger Baustein der Therapie. Ergonomische Arbeitsplatzgestaltung und Sportanpassung können langfristig zur Beschwerdelinderung beitragen.

Operative Therapie der AC-Gelenksarthrose

Eine operative Behandlung kommt in Betracht, wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichend wirksam sind oder bei fortgeschrittenen arthrotischen Veränderungen mit erheblichen Funktionseinschränkungen.

Arthroskopische AC-Gelenksresektion ist das Standardverfahren bei isolierter AC-Gelenksarthrose. Hierbei werden etwa 5-10 mm des äußeren Schlüsselbeinendes minimal-invasiv entfernt, wodurch der schmerzhafte Knochenkontakt beseitigt wird. Der Eingriff erfolgt über kleine Hautschnitte mit Hilfe einer Gelenkspiegelung.

Offene AC-Gelenksresektion wird bei ausgeprägten Befunden oder wenn zusätzliche Eingriffe erforderlich sind durchgeführt. Über einen größeren Hautschnitt kann das Gelenk direkt dargestellt und behandelt werden.

Mumford-Verfahren bezeichnet die Entfernung des äußeren Schlüsselbeinendes, die sowohl arthroskopisch als auch offen durchgeführt werden kann. Diese Methode ist besonders bei fortgeschrittener Arthrose mit deutlicher Gelenkdestruktion indiziert.

Die postoperative Nachbehandlung beginnt mit einer kurzen Ruhigstellung für wenige Tage, gefolgt von früher Mobilisation und physiotherapeutischer Betreuung. Die meisten Patienten können nach 6-8 Wochen wieder ihre normale Aktivität aufnehmen, Sportarten mit Overhead-Belastung meist nach 3-4 Monaten.

Vier Übungen bei einer Schultereckgelenksarthrose (AC-Gelenksarthrose)

Gezielte Übungen können bei AC-Gelenksarthrose die Beschwerden lindern und die Schulterfunktion verbessern. Die folgenden Übungen sollten schmerzfrei durchgeführt werden und bei Bedarf an die individuelle Belastbarkeit angepasst werden.

Wichtiger Hinweis: Alle Übungen sollten schmerzfrei durchgeführt werden. Bei zunehmenden Beschwerden brechen Sie die Übungen ab und konsultieren Sie Ihren Arzt oder Physiotherapeuten. Die Übungen ersetzen keine professionelle medizinische Behandlung und sollten idealerweise unter Anleitung eines qualifizierten Therapeuten erlernt werden.

Übung 1

Ziehen Sie im Stehen oder Sitzen die Schulterblätter zusammen, als würden Sie einen Bleistift zwischen den Schulterblättern einklemmen wollen. Halten Sie die Spannung 5-10 Sekunden und entspannen Sie dann. Diese Übung stärkt die rückwärtige Schultermuskulatur und verbessert die Haltung. Führen Sie 10-15 Wiederholungen durch.

Übung 2

Befestigen Sie ein Theraband auf Ellenbogenhöhe und greifen Sie es mit der betroffenen Hand. Der Ellenbogen bleibt am Körper, während Sie das Band nach außen ziehen. Diese Übung stärkt die Außenrotatoren der Schulter. Führen Sie 12-15 Wiederholungen mit moderatem Widerstand durch.

Übung 3

Legen Sie sich auf den Rücken und winkeln Sie die Arme seitlich an. Drücken Sie die Ellenbogen in die Unterlage und ziehen Sie gleichzeitig die Schulterblätter zur Wirbelsäule. Halten Sie die Spannung 5 Sekunden. Diese Übung verbessert die Stabilität des Schultergürtels. Wiederholen Sie die Übung 10-12 Mal.

Übung 4

Stellen Sie sich mit der betroffenen Seite seitlich an die Wand und legen den gestreckten Arm in unterschiedlichen Höhen an die Wand an und führen Sie eine 20 Sekunden dauernde sanfte Dehnung des Brustmuskels, Oberarmsund Unterarms durch. Wiederholen sie die Dehnung 3-4 Mal.

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