Was ist eine SLAP-Läsion?
Eine SLAP-Läsion bezeichnet eine Verletzung des Labrums im Schultergelenk, wobei SLAP für „Superior Labrum Anterior Posterior“ steht. Das Labrum ist eine faserknorpelige Struktur, die die Gelenkpfanne der Schulter (Glenoid) umgibt und für die Stabilität des Schultergelenks von entscheidender Bedeutung ist.
Bei einer SLAP-Läsion kommt es zu einem Riss oder einer Ablösung des oberen Anteils des Labrums, meist im Bereich der Bizepssehne. Diese Verletzung betrifft häufig Sportler, die Überkopfbewegungen ausführen, wie Tennis- oder Volleyballspieler, aber auch Menschen, die ihre Schulter durch Stürze oder repetitive Bewegungen belasten.
Die SLAP-Läsion wird in verschiedene Typen klassifiziert, wobei Typ II die häufigste Form darstellt. Hierbei löst sich das Labrum zusammen mit dem Bizepsanker vom Knochen ab, was zu erheblichen Funktionseinschränkungen führen kann.
Symptome einer SLAP-Läsion
Die Symptome einer SLAP-Läsion können vielfältig sein und werden oft mit anderen Schulterproblemen verwechselt. Betroffene beschreiben häufig einen tiefliegenden Schmerz in der Schulter, der besonders bei Überkopfbewegungen auftritt.
Ein charakteristisches Zeichen ist das sogenannte „Klicken“ oder „Schnappen“ in der Schulter während bestimmter Bewegungen. Viele Patienten berichten auch über ein Gefühl der Instabilität, als würde die Schulter „herausrutschen“ wollen.
Die Schmerzen verstärken sich typischerweise bei Belastung und können nachts zunehmen, besonders beim Liegen auf der betroffenen Seite. Kraftverlust und eingeschränkte Beweglichkeit sind weitere häufige Beschwerden.
Typische Symptome im Überblick
- Tiefliegende Schulterschmerzen, verstärkt bei Überkopfbewegungen
- Klicken oder Schnappen in der Schulter während der Bewegung
- Gefühl der Schulterinstabilität oder „Herausrutschens“
- Nächtliche Schmerzen, besonders beim Liegen auf der betroffenen Seite
- Kraftverlust beim Heben und Tragen von Gegenständen
- Eingeschränkte Beweglichkeit der Schulter
- Schmerzen beim Greifen nach hinten (z.B. in die Gesäßtasche)
- Verstärkte Beschwerden bei Wurf- und Schlagbewegungen
Ursachen einer SLAP-Läsion
Die Entstehung einer SLAP-Läsion kann verschiedene Ursachen haben, wobei traumatische und degenerative Faktoren unterschieden werden.
Akute traumatische Ursachen umfassen Stürze auf den ausgestreckten Arm, direkte Schläge auf die Schulter oder plötzliche Zerrungen bei Wurf- oder Schlagbewegungen. Besonders gefährdet sind Sportler, die repetitive Überkopfbewegungen ausführen, da diese zu einer allmählichen Schwächung des Labrums führen können.
Degenerative Veränderungen spielen vor allem bei älteren Patienten eine Rolle. Mit zunehmendem Alter verliert das Labrum an Elastizität und wird anfälliger für Risse, auch ohne offensichtliches Trauma.
Anatomische Variationen, wie eine besonders straffe hintere Kapsel oder muskuläre Dysbalancen, können das Risiko für eine SLAP-Läsion erhöhen. Auch wiederholte Mikrotraumata durch berufliche Tätigkeiten oder sportliche Aktivitäten können zur Entstehung beitragen.

Diagnose einer SLAP-Läsion
Die Diagnose einer SLAP-Läsion erfordert eine sorgfältige klinische Untersuchung kombiniert mit bildgebenden Verfahren. Der Arzt beginnt mit einer ausführlichen Anamnese, um die Beschwerden und deren Entstehung zu verstehen.
Bei der körperlichen Untersuchung werden spezielle Tests durchgeführt, wie der O’Brien-Test, der Speed-Test oder der Biceps-Load-Test. Diese klinischen Tests können Hinweise auf eine SLAP-Läsion geben, sind jedoch nicht immer eindeutig.
Die Magnetresonanztomographie (MRT) ist das bildgebende Verfahren der Wahl zur Diagnose einer SLAP-Läsion. Häufig wird ein MRT-Arthrographie durchgeführt, bei dem Kontrastmittel in das Gelenk gespritzt wird, um die Strukturen besser darzustellen.
In unklaren Fällen kann eine Arthroskopie notwendig sein, die sowohl diagnostische als auch therapeutische Möglichkeiten bietet. Hierbei kann der Chirurg die Strukturen direkt betrachten und gegebenenfalls sofort behandeln.
Konservative Therapie bei SLAP-Läsion
Die konservative Behandlung einer SLAP-Läsion steht besonders bei degenerativen Veränderungen und geringfügigen Läsionen im Vordergrund. Das Ziel ist es, Schmerzen zu lindern, die Funktion zu verbessern und eine weitere Verschlechterung zu verhindern.
Die Physiotherapie bildet das Herzstück der konservativen Behandlung. Durch gezielte Übungen werden die Schultermuskulatur gestärkt und Bewegungsdefizite ausgeglichen. Besonders wichtig ist die Kräftigung der Rotatorenmanschette und der Stabilisierung des Schulterblatts.
Entzündungshemmende Medikamente wie nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) können zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmung eingesetzt werden. In manchen Fällen können auch Kortison-Injektionen in das Gelenk erwogen werden.
Die Aktivitätsmodifikation spielt eine wichtige Rolle, wobei schmerzauslösende Bewegungen zunächst vermieden werden sollten. Sportler müssen oft ihre Trainingsintensität reduzieren oder vorübergehend pausieren.
Die konservative Therapie erstreckt sich meist über mehrere Monate und erfordert Geduld vom Patienten. Bei etwa 40-60% der Patienten kann eine deutliche Besserung erreicht werden.
Operative Therapie bei SLAP-Läsion
Wenn die konservative Behandlung nicht zum gewünschten Erfolg führt oder bei jungen, aktiven Patienten mit ausgeprägten Läsionen, kann eine operative Therapie notwendig werden. Die Entscheidung zur Operation hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie dem Alter des Patienten, dem Aktivitätsniveau und dem Typ der SLAP-Läsion.
Die arthroskopische Reparatur ist das Standardverfahren bei der operativen Behandlung. Hierbei wird das abgelöste Labrum mittels kleiner Anker wieder am Knochen befestigt. Diese minimal-invasive Technik ermöglicht eine schnellere Heilung und geringere Komplikationsraten.
Bei degenerativen Veränderungen oder bei älteren Patienten kann eine Bizepstenodese durchgeführt werden, bei der die Bizepssehne an einer anderen Stelle fixiert wird. Diese Methode zeigt oft gute Ergebnisse bei der Schmerzlinderung.
Die Nachbehandlung nach einer SLAP-Operation ist entscheidend für den Erfolg. Zunächst wird die Schulter für etwa 4-6 Wochen in einer Schlinge ruhiggestellt, bevor mit der physiotherapeutischen Behandlung begonnen wird.
Die Rehabilitation dauert meist 4-6 Monate, wobei die Rückkehr zu sportlichen Aktivitäten frühestens nach 4 Monaten möglich ist. Die Erfolgsraten der operativen Behandlung liegen bei etwa 80-90%.

Vier effektive Übungen bei einer SLAP-Läsion
Wichtiger Hinweis: Alle Übungen sollten schmerzfrei durchgeführt werden. Bei zunehmenden Beschwerden brechen Sie die Übungen ab und konsultieren Sie Ihren Arzt oder Physiotherapeuten. Die Übungen ersetzen keine professionelle medizinische Behandlung und sollten idealerweise unter Anleitung eines qualifizierten Therapeuten erlernt werden.
Übung 1
Beugen Sie sich mit dem gesunden Arm auf einen Tisch gestützt vor und lassen Sie den betroffenen Arm locker hängen. Schwingen Sie den Arm sanft in kleinen Kreisen, vor und zurück sowie seitlich. Diese Übung hilft bei der Mobilisation und Entspannung der Schulter.
Übung 2
Stellen Sie sich seitlich zu einer Wand und drücken Sie den Handrücken der betroffenen Seite gegen die Wand. Der Ellenbogen bleibt dabei am Körper. Halten Sie die Spannung für 5-10 Sekunden. Diese Übung stärkt die Außenrotatoren der Schulter.
Übung 3
Legen Sie sich auf den Bauch und heben Sie beide Arme in Y-Position an. Drücken Sie die Schulterblätter zusammen und halten Sie die Position für 5 Sekunden. Diese Übung verbessert die Stabilität des Schulterblatts.
Übung 4
Befestigen Sie ein Theraband auf Ellenbogenhöhe und führen Sie mit angewinkeltem Arm Außenrotationsbewegungen durch. Beginnen Sie mit geringem Widerstand und steigern Sie langsam. Diese Übung kräftigt die Rotatorenmanschette.
Haben Sie Beschwerden?
Nehmen Sie gerne Kontakt mit mir auf!
Haben Sie Fragen zu Ihrer Schultergesundheit oder möchten Sie einen Termin vereinbaren? Wir sind für Sie da und beraten Sie gerne persönlich. Schreiben Sie uns – wir kümmern uns um Ihr Anliegen.